Heute gehen wir auf das Thema der Gemarkung ein, hierbei erklären wir alles rund um die Gemarkung, was es ist, wie sie entsteht, Gemarkungen in Bezug auf Gemeinden und vieles mehr. Im folgenden Artikel finden Sie alles, was Sie darüber wissen müssen. Für ein Grundwissen beginnen wir mit der Definition.

Wovon spricht man bei einer Gemarkung? 

Grundsätzlich redet man bei einer Gemarkung von einer Flächeneinheit. Diese bezieht sich auf einen Grundstücksverband von mehreren, in der Regel nebeneinander liegenden Fluren. Im Allgemeinen kommt der Begriff Gemarkung, auch Markung genannt, aus dem Liegenschaftskataster und wird ebenfalls im Grundbuch verwendet.

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Die Gemarkung spielt im Bereich der Immobilien eine Rolle, daher greifen wir das Thema hier ausführlich für Sie auf.

Wie sind die Gemarkungen damals entstanden?

Ursprünglich stand der Begriff für das Hinweisen auf eine Grenze. Es umfasst im Prinzip ein altes Gebiet, welches damals in einem Zusammenhang stand. Bezeichnet wurden mit diesem Begriff vor allem Siedlungsnamen oder sogar lokale Regionen. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff der Gemarkung allerdings in den Liegenschaftskataster übernommen und wurde in Flure, sowie dazugehörige Flurstücke unterteilt. Somit wurden mehrere Flure dann als Gemarkung bezeichnet. Jeder Flur trägt hier als Bezeichnung eine eigene Nummer und alle Nummern gibt es immer nur einmal. Es lässt sich also sagen, dass eine Gemarkung auch heute noch als eine Sammelbezeichnung gilt und dementsprechend im Grundbuch verankert ist. 

Gemarkungen in Bezug auf Gemeinden 

Selbst in Bezug auf Gemeinden findet das Thema seinen Platz. Denn der Name einer Gemarkung wie bspw. Friedrichsthal entspricht oft auch dem Namen einer Ortschaft. Allerdings redet man hier weder von einer Gemeindegrenze, noch von einer Verwaltungseinheit bzw. von einer Grenze für Bauplanungen. Ebenso wenig werden hoheitliche Gemeindegebiete so betitelt, auch wenn die Grenzen der Städte, Ortsteile und Grenzen mit der Nummer übereinstimmen. Dafür gibt es einen bestimmten Grund. Der Grund liegt in der Geschichte der Entstehung. Während sich über die Jahrhunderte die allgemeine Gemarkung nicht verändert hatte, hatten sich die Verwaltungsgrenzen jeweils den gesellschaftlichen Bedingungen gefügt. Somit passte dies nicht überein und die Grenzen wurden früher mit Marksteinen kenntlich gemacht. Hier gilt es also klar zu differenzieren. 

Gemarkungen als fester Eintrag

Der Begriff lässt sich sogar in unserem Grundbuch wiederfinden. Hier beschreibt der Kataster die Beschaffenheit und die Lage von Flurstücken. Im Grunde genommen dienen die Bezeichnungen dazu eine unverwechselbare Zuordnung eines eingetragenen Grundstücks in der Örtlichkeit zu sichern. Schaut man in das Buch, findet man unter der Abteilung I die Lagebezeichnungen der Grundstücke innerhalb des Liegenschaftskatasters. In der Überschrift wird das Grundstück dann mit den Begriffen des Flurstücks, des Flurs und der Gemarkung beschrieben. Dabei kann es sich ebenso um ein Vermessungsbezirk handeln, dies spielt hierbei Rolle. Um das Ganze zu verdeutlichen, haben wir ein allgemeines Beispiel erstellt, welches verdeutlicht an welcher Position die Nummern und Bezirksnamen stehen:

Unser Beispiel: Gemarkung Name, Flurnummer (1 bspw.), Flurstück Nummer (300/5 bspw.)
Nebenan befindet sich die Wirtschaftsart des Grundstücks(z.B. die Fläche eines Gebäudes) sowie die Lage
(ein Straßenname z.B.). 

Mithilfe solch eines Eintrages lassen sich alle Grundstücke in Deutschland identifizieren und verwalten. Man könnte also sagen, dass der Kataster und das Buch hier eine eigene Einheit bilden. Während das Grundbuch die Rechte und Eigentumsverhältnisse aufzeigt, kümmert sich ein Kataster darum die Gebiete übertragbar zu machen, sowie das Gebiet einzuteilen. Um diese besser verwalten zu können und eine bessere Übersicht zu haben werden die Flurstücke als Flure zusammengefasst. 

Die Gemarkungsgrenzen 

Immer noch ein bekannter Begriff, welcher heutzutage allerdings keine wirkliche Rolle mehr spielt, ist die dazugehörige Gemarkungsgrenze. Allerdings gibt es noch vereinzelt historische Gewohnheiten wie zum Beispiel eine jährliche Begehung der Gemarkungsgrenzen, aber ansonsten spielt dieser Begriff heute keine große Rolle mehr. Heute spricht man nur noch von einem Bestandteil des Liegenschaftskatasters. Die Grenzen setzen sich zusammen aus den Flurstückgrenzen und den Flurgrenzen. Allerdings sollte man dies nicht mit einer Grenzabmarkung verwechseln. Kommt es bspw. zu Streitigkeiten unter den Nachbarn können diese den Grenzverlauf des Grundstückes über eine Grenzabmarkung festhalten. Die Daten werden dann als Unterlage im Liegenschaftskataster festgehalten und sind als Grenzverlauf im Ort eingemessen sowie mit Grenzsteinen oder anderen Markierungen für eine Grenze versehen. Wie eine Grenzabmarkung entsteht, hängt immer von dem Vermessungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes ab. Ein Eigentümer hat hier das Recht den Grenzverlauf eines Grundstückes kenntlich machen zu lassen. Nach § 919 BGB kann ein Eigentümer von seinem Nachbarn fordern, dass dieser bei der Errichtung der Kennzeichnung mitwirken muss. Ihr Nachbar muss in solch einem Fall der Bedingung nachgehen und kann keinen Einspruch eingehen. 

Ein kurzer Überblick 

Um nochmal einen kurzen Überblick zu geben, werden wir nochmal in ein bis zwei Sätzen aufgreifen, worum es geht. Spricht man von einer Gemarkung, spricht man von einer Dokumentation im Liegenschaftskataster in Verbindung mit unserem Grundbuch. Hier werden alle rechtlichen und tatsächlichen Situationen der Grundstücke detailliert dokumentiert.